Alle Einträge in "Der Piraten Blog"

Unsere Mitglieder haben mehr zu sagen, alls aus unseren offiziellen Mitteilungen an die Lokalpresse Presse hervorgeht. In dieser Kategorie bloggen unsere Mitglieder ihre Gedanken, Ideen und Themen. Topaktuell, immer spannend, kritisch und nachdenklich.
Wir weisen darauf hin, dass Artikel in dieser Kategorie die Meinung einzelner Mitglieder in einem offenen Diskurs und nicht zwangsläufig die beschlossene Parteimeinung wiederspiegelt. Eigene Artikel bitte per Email an vorstand@piratenpartei-oldenburg.de

Oldenburger Piraten zum Interview in der Universität Oldenburg

Am Samstag, den 18.02.12 wurden die Oldenburger Piraten zu einem Interview in der Universität zu Oldenburg eingeladen, das von Herrn Dr. Appelius, einem Privatdozenten der Uni und Buchautor, im Rahmen eines politikwissenschaftlichen Seminars initiiert wurde. Hintergrund dieser Einladung war die Befragung von Piraten unterschiedlicher Stammtische und Bundesländer, deren Informationen die Grundlage des Buches bilden, für das Herr Dr. Appelius derzeitig recherchiert. Die Oldenburger Piraten waren in einer Besetzung von fünf Mann plus einer Sympathisantin angetreten. Das Seminar war weiterhin von etwa 10 Studenten aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich besucht.

Neben der Einführungsfrage, wie einzelnen Mitglieder zu der Piratenpartei gekommen sind, lag das Interesse sowohl auf grundlegenden Fragen zum Mitgliederstatus und den Gründungsanfängen der oldenburger Piratenpartei, als auch auf den Arbeits- und Kommunikationstechniken der Piraten wie das Mailsystem, das Piratenpad, der Blog, das Forum etc. Einige Studenten stellten Fragen, die sich z.B. auf die Beziehung zwischen den Piraten und den etablierten Medien orientierten oder sich darauf bezogen, wie schnell Themen von externen Besuchern auf den Arbeits- und Stammtischtreffen aufgegriffen bzw. diskutiert werden. Zur Beantwortung dieser Fragen stellten die Piraten Beispiele vor, die deutlich machen sollten, dass die Piraten an einer positiven Zusammenarbeit mit den Medien interessiert sind und die Bearbeitung von Bürgeranfragen, externer Themenvorschläge bisher gut und schnell funktioniert hat. Dabei wurde immer wieder der Wunsch einer regen Teilnahme an der parteiinternen Meinungsbildung auch durch Nicht-Piraten in den Mittelpunkt gerückt und die verschiedenen auch individuellen Wege der aktiven Mitarbeit erklärt. Eine Überraschung für Herr Dr. Appelius war der Antritt zweier weiblichen Personen, da aus seiner bisherigen Erfahrung Frauen bei den Piraten unterrepräsentiert sind.

Auch aus Sicht der Piraten erwies sich das Treffen als interessant, da Herr Dr. Appelius viele Informationen über unterschiedliche Verbände gesammelt hatte, mit denen er das Seminar füllte. Somit konnten auch die Oldenburger Piraten ihr Wissen über ihre Partei erweitern, die aufgrund einer immensen Vielzahl von Stammtischen und Verbänden so unterschiedliche Meinungen und Ansichten hervorbringt, dass trotz der Transparenz und Vernetzung diese nicht in ihrer Gänze erfasst werden können. Etwas Skepsis blieb im Seminar: Wird die Basisdemokratie mit ihren Risiken und Nebenwirkungen, wie sie derzeitig in der Piratenpartei praktiziert wird, in der Parteienlandschaft Zukunft haben? Um diese Frage beantworten zu können, ist es nötig, dass viele Mitwirkende und aktive Helfer zu uns kommen und uns unterstützen, damit wir sagen können: Wir müssen davon ausgehen.

Antragsfabrik vs. Liquid Feedback

Bürgerbeteiligung im Internet-Zeitalter. Erfahrungsbericht als Liquid Feedback-Anwender und Feedback zum Liquid Feedback-Workshop am 22.02.2012 – von Gustav Wall

Die Intention/Ansicht des Vortragsredners ist, dass Liquid Feedback (LQFB) eine geeignete Plattform sein könnte, um das Konzept der Liquid Democracy [1] in der Praxis umzusetzen und Meinungsbilder der Piratenbasis über das Parteiprogramm abzufragen. Und er ist auch der Meinung, dass es sich lohnt, mehr Kraft und Engagement aufzubringen, um die LQFB-Lösung bekannter zu machen und die Piraten in die Handhabung des LQFB einzuführen. Um es vorweg zu nehmen – diese Meinung teile ich nicht. Ich kann die Begeisterung des Vortragsredners für die LQFB-Lösung nachvollziehen, ich bin selbst vor einigen Monaten dieser Begeisterung verfallen, habe mich inzwischen davon erholt ;-) . Hier mein Erfahrungsbericht über die Zeitspanne zwischen der LQFB-Begeisterung und LQFB-Skepsis.

Ich habe mich als Anwender mit der LQFB-Lösung auseinander gesetzt. Ich habe seinerzeit eine Initiative im LQFB erstellt, habe es sogar als Neupirat und LQFB-Neuling geschafft, in der vorgesehenen Zeit genügend Unterstützer für diese Initiative zu mobilisieren, so dass meine Initiative die Diskussionsphase erreicht hat. Ich bin von diesem Erfolg so beflügelt gewesen, dass ich noch vor dem Ende der ‘Neu’-Zeit der ersten Initiative eine zweite Initiative gestartet habe. Musste aber schnell kapitulieren, da die Mobilisierung von Unterstützern im LQFB-Verfahren nicht weniger zeitraubend und kräftezehrend ist, als im offline-Leben.

Inzwischen ist mein LQFB-Fieber abgekühlt und ich habe mir Gedanken über die Verwendungsmöglichkeit von LQFB gemacht. Aus meiner Sicht hat eine LQFB-ähnliche Plattform in den nächsten Jahren wenig bis gar keine Chancen sich als Meinungsmessungsplattform zu etablieren. Dies hat m.E. folgende Gründe: Diesen Beitrag vollständig lesen

Fördern die Medien die Selbstgefälligkeit der Politiker?

Eindrücke vom Interview, das Dr. Wenzel [1] mit der Bundeskanzlerin am 09.02.2012 geführt hat von Gustav Wall.

 Die Frage Nr.2 im Interview mit der Bundeskanzlerin am 09.02.2012, das auf  der Website https://www.dialog-ueber-deutschland.de [1] zu sehen ist, wurde meiner Meinung nach schamlos zensiert und damit wurde der Frage die Würze entnommen.  Zur Erinnerung, die Original-Fragen lauten:

> Zitatanfang
1. Sebastian Liebram:
Inwieweit  ist unsere Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit  von IT-Ressourcen und die Internetkompetenzen älterer Mitbürger, für den  Umstieg von der klassischen Bürgerbeteiligung hin zur neuartigen Online-Beteiligung bereit? (vom 06.02.2012 19:23:27)

2. westeGobi: Frau Bundeskanzlerin, halten Sie die  Abstimmungsergebnisse des Online-Zukunftsdialogs für glaubwürdig? Mehr dazu s. ‘Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin – Abstimmungsergebnisse unglaubwürdig!’ – https://oldenburg.piratenpad.de/70 . (vom 07.02.2012 09:20:34)

3gast: Was kostet dieser Online-Dialog eigentlich? Ist das keine unzulässige Unterstützung der die Regierung stellenden Parteien? (vom 07.02.2012 13:11:44)
> Zitatende

Unverständlicherweise wurden alle Fragen zum Livestream Interview der  Bundeskanzlerin, auch die drei Fragen, die im Interview am 09.02.2012  gestellt und beantwortet wurden, von der interaktiven Website der  Bundeskanzlerin [ 2] bereits am 10.02.2012 entfernt. Obwohl das Redaktionsteam des Bundespresseamtes hier [9] schreibt: “Entgegen einzelner Meinungen werden alle Vorschläge und  Kommentare, die den Regeln der Website entsprechen, von uns auch freigeschaltet.” Ganz schön clever – erst freischalten, um kurze Zeit später im digitalen Nirwana verschwinden zu lassen. Diesen Beitrag vollständig lesen

Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin – Abstimmungsergebnisse unglaubwürdig!

Mogelpackung von Bürgerbeteiligung und Verschwendung von Steuergeldern
von Gustav Wall

Die Bundeskanzlerin im Interview

Einige Medien informierten die Bürger über die berauschende Abruf-, Besucherzahlen und eine rege Teilnahme in der Abstimmung auf der Website Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin.

Inzwischen ist offensichtlich, dass diese Zahlen manipuliert sind. Dies hat auch das Redaktionsteam des Bundespresseamtes bereits eingesehen und u.a. am 03.02.2012 zwischen 19:00 und 21:00 Uhr den Zähler zum Abstimmungsergebnis zum Vorschlag ‘Open Source statt schlechter Software‘ von über 18 000 auf null gesetzt. Dass es ein Einzelfall (und der letzte Versuch der Manipulation der Abstimmung seitens des Bundespresseamtes) bleibt, ist zu hoffen.

Die Darstellungen des Redaktionsteams des Zukunftsdialgs und der Medien (ZDF, Spiegel, Deutschlandradio, Weser Kurier Print-Ausgabe 04.02.2012) können in der Öffentlichkeit den Eindruck entstehen lassen, dass es sich bei dieser Manipulation nur um einen ärgerlichen Einzelfall handelt und Diesen Beitrag vollständig lesen

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