Am Samstag, den 18.02.12 wurden die Oldenburger Piraten zu einem Interview in der Universität zu Oldenburg eingeladen, das von Herrn Dr. Appelius, einem Privatdozenten der Uni und Buchautor, im Rahmen eines politikwissenschaftlichen Seminars initiiert wurde. Hintergrund dieser Einladung war die Befragung von Piraten unterschiedlicher Stammtische und Bundesländer, deren Informationen die Grundlage des Buches bilden, für das Herr Dr. Appelius derzeitig recherchiert. Die Oldenburger Piraten waren in einer Besetzung von fünf Mann plus einer Sympathisantin angetreten. Das Seminar war weiterhin von etwa 10 Studenten aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich besucht.
Neben der Einführungsfrage, wie einzelnen Mitglieder zu der Piratenpartei gekommen sind, lag das Interesse sowohl auf grundlegenden Fragen zum Mitgliederstatus und den Gründungsanfängen der oldenburger Piratenpartei, als auch auf den Arbeits- und Kommunikationstechniken der Piraten wie das Mailsystem, das Piratenpad, der Blog, das Forum etc. Einige Studenten stellten Fragen, die sich z.B. auf die Beziehung zwischen den Piraten und den etablierten Medien orientierten oder sich darauf bezogen, wie schnell Themen von externen Besuchern auf den Arbeits- und Stammtischtreffen aufgegriffen bzw. diskutiert werden. Zur Beantwortung dieser Fragen stellten die Piraten Beispiele vor, die deutlich machen sollten, dass die Piraten an einer positiven Zusammenarbeit mit den Medien interessiert sind und die Bearbeitung von Bürgeranfragen, externer Themenvorschläge bisher gut und schnell funktioniert hat. Dabei wurde immer wieder der Wunsch einer regen Teilnahme an der parteiinternen Meinungsbildung auch durch Nicht-Piraten in den Mittelpunkt gerückt und die verschiedenen auch individuellen Wege der aktiven Mitarbeit erklärt. Eine Überraschung für Herr Dr. Appelius war der Antritt zweier weiblichen Personen, da aus seiner bisherigen Erfahrung Frauen bei den Piraten unterrepräsentiert sind.
Auch aus Sicht der Piraten erwies sich das Treffen als interessant, da Herr Dr. Appelius viele Informationen über unterschiedliche Verbände gesammelt hatte, mit denen er das Seminar füllte. Somit konnten auch die Oldenburger Piraten ihr Wissen über ihre Partei erweitern, die aufgrund einer immensen Vielzahl von Stammtischen und Verbänden so unterschiedliche Meinungen und Ansichten hervorbringt, dass trotz der Transparenz und Vernetzung diese nicht in ihrer Gänze erfasst werden können. Etwas Skepsis blieb im Seminar: Wird die Basisdemokratie mit ihren Risiken und Nebenwirkungen, wie sie derzeitig in der Piratenpartei praktiziert wird, in der Parteienlandschaft Zukunft haben? Um diese Frage beantworten zu können, ist es nötig, dass viele Mitwirkende und aktive Helfer zu uns kommen und uns unterstützen, damit wir sagen können: Wir müssen davon ausgehen.